Hambacher Fest 1832

Hambach -
die Wiege der deutschen Demokratie!


Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth gelten als die Organisatoren der deutschen Demokratie - ihrem Aufruf zum Marsch auf das Hambacher Schloss folgtem am 27. Mai 1832 um die 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und zahlreichen Nationen.

Der Marsch war der Auftakt zu einer dreitägigen Kundgebung am Fuße der Schlossruine "Maxburg" in Hambach.

 

Ihre Forderung:

Einheit, Freiheit und Demokratie - dargestellt durch die schwarz-rot-goldenen Trikoloren.

 

Für das Fest fertigte Abresch eine deutsche Trikolore in den Farben Schwarz-Rot-Gold an und versah sie mit der Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“. Diese Fahne mit der von Abresch erstmals gewählten Farbreihenfolge stellt den Ursprung der heutigen deutschen Nationalflagge dar. Als Hauptfahne des Nationalfestes trug Abresch sie während des Demonstrationszuges vom Neustadter Marktplatz zum Schloss und pflanzte sie dort auf dem Turm auf. Heute befindet sich die Fahne im Heimatmuseum von Neustadt.

Philipp Jakob Siebenpfeiffer schloss seine Eröffnungsrede mit den folgenden Worten:

„Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete!
Hoch leben die Franken (Franzosen), der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten!
Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört!
Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“

 

Das Hambacher Lied

Hinauf, Patrioten, zum Schloß, zum Schloß!
Hoch flattern die deutschen Farben;
Es keimet die Saat und die Hoffnung ist groß,
Schon binden im Geiste wir Garben.
Es reifet die Ähre mit goldnem Rand,
Und die goldne Ernt’ ist das – Vaterland.

Wir sahen die Polen, sie zogen aus,
Als des Schicksals Würfel gefallen,
Sie ließen die Heimat, das Vaterhaus
In der Barbaren Räuberkrallen;
Vor des Zaren finsterem Angesicht
Beugt der freiheitliebende Pole sich nicht.

Auch wir, Patrioten, wir ziehen aus,
In festgeschlossenen Reihen;
Wir wollen uns gründen ein Vaterhaus
Und wollen der Freiheit es weihen;
Denn vor der Tyrannen Angesicht
Beugt länger der freie Deutsche sich nicht.

Die Männer strömen aus jeglichem Gau,
Nur Brüder umfassen die Gauen –
Zu legen die Hand an den Wunderbau;
Ein Deutschland gilt es zu bauen;
Wo deutsche Männer, da sind wir dabei,
Wir erheben ein Deutschland, stolz und frei.

Was tändelt der Badner mit Gelb und Rot,
Mit Weiß, Blau, Rot Bayer und Hesse?
Die vielen Farben sind Deutschlands Not,
Vereinigte Kraft nur zeugt Größe,
Drum weg mit der Farben buntem Tand,
Nur eine Farbe und ein Vaterland!

Wenn einer im Kampfe für alle steht,
Und alle für einen, dann blühet
Des Volkes Kraft und Majestät,
Und jegliches Herz erglühet
Für ein einiges Ziel, für ein einziges Gut;
Er brennet die Freiheit, des Vaterlandes Gut.

Drum auf, Patrioten. Der Welt sei kund,
Daß eng, wie wir stehen gegliedert,
Und dauernd wie Fels der ewige Bund,
Wozu wir uns heute verbrüdert,
Frisch auf, Patrioten, den Berg hinauf!
Wir pflanzen die Freiheit, das Vaterland auf.

W. Herzberg: Das Hambacher Fest, Ludwigshafen 1908, S. 109.